Medizin und Krebsforschung

Behandlungsformen bei Prostataleiden

Es ist eines der Leiden, unter denen Männer, insbesondere im fortgeschrittenen Alter, am häufigsten leiden: eine vergrößerte Prostata. Welche Therapieform im Einzelfall sinnvoll ist, hängt zunächst einmal entscheidend davon ab, ob es sich um eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse handelt oder um einen Krebstumor. Im Fall einer gutartigen Veränderung wird Ihnen ein Arzt gewöhnlich zu einer Medikamentenkur raten.

Alpha-Rezeptor-Blocker

Heutzutage verschreibt Ihnen der Arzt dann zum Beispiel sogenannte Alpha-Rezeptor-Blocker. Diese blockieren die Muskelzellen rund um Blase und Harnröhre. Dadurch verringert sich der Druck beim Urinieren und die Schmerzen schwinden. Eine andere Tablettenkur hemmt die Bildung von Testosteron in der Prostata, welches entscheidend das Wachstum der Drüse beeinflusst. Eine Operation wird im Fall einer gutartigen Veränderungen nur in Notfällen durchgeführt, beispielsweise bei einer extremen Anschwellung. Handelt es sich um einen Krebsbefall, ist eine Prostata Therapie selbstverständlich wesentlich komplizierter. Wird der Krebs bereits im Frühstadium erkannt, sprich zu einem Zeitpunkt, wo er noch gestreut hat, dann lässt sich dies mit einer Operation oder alternativ mit einer Strahlentherapie behandeln. Die Heilungschancen stehen meist recht gut. Bei einer Operation entfernt der Chirurg die gesamte Prostata. Die Gefahren eine solchen OP liegen darin, dass entweder der Schließmuskel beschädigt werden kann oder bestimmte Nervenenden neben der Prostata, die die männliche Erektion steuern. Bei älteren Patienten gesellt sich wegen einer geringeren körperlichen Widerstandsfähigkeit ein generelles Operationsrisiko hinzu, weshalb Ärzte in solchen Fällen einen operativen Eingriff gerne umgehen.

Strahlentherapie

Eine Alternative zur OP ist die Strahlentherapie, wie man sie etwa bei der Brachytherapie einsetzt. Kleine radioaktive Teilchen werden durch Metallröhrchen genau auf die Tumorstelle geschossen und zerstören das bösartige Zellgewebe. In einem anderen Verfahren sendet man einen gebündelten Ultraschallstrahl auf den Tumor. Durch die Hitze wird er quasi verkocht oder Zellschicht um Zellschicht geschält. Wenn der Krebs bereits im Körper gestreut hat, tritt neben diese beiden Behandlungsmethoden noch eine begleitende Chemotherapie, um die Metastasen nach Möglichkeit zu zerstören.
Bild stammt von: Robert Kneschke: Fotolia

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